Regionalliga Nordost


Artikel vom 16.11.2009

Fortuna-Frauen raufen sich nach Pause richtig zusammen


HEIMSIEG   -   Mit einer engagierten zweiten Halbzeit besiegen die jungen Neubrandenburger Handballerinnen Bad Schwartau.

von Sven Kaiser


Maria Pahl und Patricia Kramp (von rechts) freuten sich mit Fortuna-Torjägerin Charlotte Grade über den verdienten Sieg.

Foto:   Udo Zander

Neubrandenburg  -  Erster Heimsieg gegen eine etablierte Mannschaft, ausgeglichenes Punkte- verhältnis und phasenweise attraktiver Regionalliga-Handball – die Fortuna-Frauen schauen wieder nach oben in der Tabelle, haben sich als Achter nunmehr weiter von den Abstiegsplätzen abgesetzt. Der 26:20 (9:12)-Erfolg vor 130 Zuschauern war vor allem ein Produkt der Leistung in der zweiten Halbzeit. „Das war heute ein hartes Stück Arbeit. Wichtig war, dass wir uns nach dem Wechsel als Mannschaft gefunden haben und uns auch Tore von den Außenpositionen gelungen sind“, lobte Fortuna-Trainer Udo Levold eine mehr als geglückte Aufholjagd.

Duplizität der Ereignisse: Wie schon im Heimspiel gegen Grün- Weiß Schwerin lief zu Beginn der Partie nicht viel zusammen bei den Gastgeberinnen.

„Im Angriff wie in der Abwehr war das in den ersten 15 Minuten katastrophal“, kritisierte Levold. Auch seine frühe Auszeit beim 2:5 änderte nicht viel daran. Jenny Stapelfeldt führte mit ihrem Tor zum 10:4 nach gut 17 Minuten die Viertorestädterinnen schon etwas vor. „Das waren zwei völlig verschiedene Halbzeiten. Wir müssen uns an die eigenen Nasen fassen. Unser aggressives Angriffsspiel haben wir nach der Pause nicht fortgeführt. Das war sehr enttäuschend. Der Rückraum war zu passiv“, analysierte VfL-Trainer Jörg Engelhardt treffend.

In der Tat spielten die Stapelfeldt, Wilcken und Brandt mit ihren schnellen Übergängen die Neubrandenburger 5:1-Abwehr fast schwindelig. Allerdings ließen sie auch ein paar Hundertprozentige liegen. Levold tanzte an der Seitenlinie auf und ab, feuerte seine Mannschaft bei der Defensivarbeit an. Und erneut half er. Erst stellte er auf eine nicht so offene 6:0 um, dann baute er langsam seine Mannschaft um.

Die ersten Signale setzte Juliane Kiewitt. Sie versenkte vier ihrer fünf Würfe vor der Pause im VfL-Tor. Die Linkshänderin machte mehr Druck und schloss einen Konter zum 8:11 ab. Mit dem Wiederanpfiff waren die Mecklenburgerinnen endlich hellwach. Xavier Naidoo sollte mit seinem „Alles wird besser werden“ beim Warmmachen der Teams Recht behalten. Naidoo-Fan Kristina Osterland übernahm die Regie, Ulrike Petznick traute sich zum 10:12. Charlotte Grade wirbelte jetzt auf linksaußen und machte schließlich das 13:13.

Dann brach die Zeit von Julia Janke an. Drei Treffer von rechtsaußen zum 16:13 folgten. Beim Zurücklaufen huschte ein Lächeln über ihr Gesicht. Die Abwehr steigerte sich und Torfrau Antje Herzberg gab den nötigen Rückhalt mit lauten Ansagen und guten Paraden.

Die VfL-Auszeit nach dem 17:13 durch Grade (43.) blieb ohne Wirkung. Das 20:16 durch Petznick in 4:6-Unterzahl sprach Bände. Selbst die Rote Karte für Kristina Osterland (54.) nach drei Zeitstrafen warf die Fortuna nicht mehr aus der Bahn. Herzberg hielt ihren zweiten Siebenmeter und Patricia Kramp schloss einen über die Stationen Janke und Grade lehrbuchmäßig vorgetragenen Tempogegenstoß zum 25:19 (57.) ab. Spätestens da war das Duell entschieden.

SV Fortuna Neubrandenburg:

Herzberg, Meyer – Kramp (3), Grade (9/3), Petznick (3), Albrecht, Osterland, Pahl (1), Pinkohs (1), Kiewitt (5), Deinert, Wirth, Janke (4), n. e.: Genditzki

Quelle: Nordkurier vom 16.11.2009