Regionalliga Nordost


Artikel vom 28.09.2009

Fortuna-Frauen gewinnen ohne wirklich zu überzeugen


Erst in der zweiten Halbzeit setzt sich der Favorit gegen den schwachen Aufsteiger aus Herzhorn durch.

von Sven Kaiser


Ihr gehörten die ersten Minuten in der zweiten Halbzeit:   Juliane Kiewitt war erfolgreich, verletzte sich aber und fällt nun länger aus.

Foto:   H. Brosin

Neubrandenburg - Auswärtsspiele haben doch ihren ganz eigenen Charakter in der Handball-Regionalliga. Diese Erkenntnis nahmen MTV-Trainer Kai Seefeldt und seine Mannschaft von der 14:24 (6:9)-Niederlage aus der Viertorestadt mit. Nach ihrem deutlichen Heimsieg gegen Ellerbek hatten sich die Schleswig-Holsteiner mehr vorgenommen. Doch in einem über weite Phasen tempoarmen und mit vielen Ballverlusten verbundenen Spiel waren die Gäste chancenlos gegen einen Gastgeber, dem ein Zwischenspurt nach dem Seitenwechsel vor 70 Zuschauern genügte, um die Partie zu seinen Gunsten zu entscheiden.

„Ich habe ihnen in der Halbzeitpause gesagt, sie sollen ihre Blockade im Kopf lösen, sich mehr bewegen“, war Fortuna-Trainer Udo Levold mit dem Auftritt seiner Mannschaft

in den ersten 30 Minuten überhaupt nicht zufrieden. Eine schlechte Chancenwertung und viele Fehlwürfe bestimmten das „Spiel“ des Favoriten vor dem Seitenwechsel. Die Neubrandenburgerinnen ließen sich von der Harmlosigkeit der Gäste in der Offensive förmlich anstecken und einschläfern. Ein Beleg dafür: Nach gut 20 Minuten waren beim 5:3 gerade acht Tore gefallen. Die folgende Auszeit Levolds  änderte nicht viel daran. Zwei Sekunden vor dem Halbzeitpfiff traf Maike Langenberg aus Herzhorner Sicht auch noch zum 6:9.

Erfolgreiche Fortuna-Tempogegenstöße mit dem  Wiederbeginn brachten letztlich die Vorentscheidung. Cindy Pinkohs, Juliane Kiewitt und Charlotte Grade trafen. Rechtsaußen Julia Janke schloss einen Sprungwurf aus dem Rückraum erfolgreich ab. Die Viertorestädterinnen setzten sich schnell auf 15:7 ab. Der Gegner zeichnete sich nur im Bälle verlieren aus. „Wir haben zu statisch gespielt, wollten ganz anders agieren. Dazu fehlte auch noch unsere torgefährliche Gesche Seebandt“, sah der Gäste-Trainer im Aufbauspiel nur wenige gute Aktionen in zumindest 20 lehrreichen Minuten.

Für die Sieger gilt es dagegen erneut eine Hiobsbotschaft zu verkraften. Wie schon im Auftaktduell verletzte sich eine der wenigen erfahrenen Spielerinnen aus dem Fortuna-Kader. Juliane Kiewitt fiel nach einem Zusammenprall bei ihrem Konter zum 16:7 (37. Minute) unglücklich auf den linken Wurfarm. „Sie hat sich wohl das Handgelenk verletzt und wird länger ausfallen“, sagte Trainer Levold nach dem Abpfiff. Schon während des Spiels war die Uckermärkerin in die Klinik gebracht worden.

So rückte Kristina Osterland wieder in den rechten Rückraum und Cindy Pinkohs führte Regie. Bis zur 49. Minute erhöhte Fortuna den Vorsprung auf zwölf Tore. Doch nach dem 22:10 durch Stefanie Albrecht passierte nicht mehr viel. Herzhorn konnte eine Überzahl nicht nutzen, patzte zweimal im Tempogegenstoß. Auch bei den Gastgeberinnen schlichen sich wieder Fehler ein. Zwei Fortuna-Punkte im Kampf für die Dritte Liga - nicht mehr.

SV Fortuna Neubrandenburg:
Herzberg, S. Meyer (bei einem 7m) – Kramp (1), Grade (5/1), Osterland (3), Pinkohs (2),
Albrecht (3), Kiewitt (5), Janke (3), Deinert, Petznick, Genditzki,Starsy (2), Dahn n. e.

Quelle: Nordkurier vom 28.09.2009