Regionalliga Nordost


Artikel vom 12.10.2009

Kämpfender Aufsteiger bei Fortuna-Frauen chancenlos


Die Neubrandenburger Handballerinnen zeigen beim 37:25 gegen HF HUK ihr bestes Saisonspiel.

von Sven Kaiser


Charlotte Grade stach mit ihren zwölf Toren aus einer geschlossenen Mannschaftsleistung der Fortuna-Frauen noch hervor.

Foto:   H. Brosin

Neubrandenburg - Der ungewollte Wachmacher kam schon beim Einwerfen. Linkshand Julia Janke hätte beinah Torfrau Antje Herzberg abgeschossen. Der scharfe Ball aus acht Meter Entfernung traf zum Glück nur den rechten Oberarm Herzbergs, und nicht ihren Kopf. Fortunas Nummer eins, am Sonnabendnachmittag die einzige Keeperin im Aufgebot, zeigte ein schmerzverzehrtes Gesicht, schüttelte sich ein paar Mal und machte anschließend ein großes Spiel.

„Neubrandenburg hat heute verdient gewonnen, auch weil die Mannschaft eine bärenstarke Torhüterin besitzt“, lobte Jens Molkow, Trainer der HF Henstedt-Ulzburg/ Kisdorf (HUK), einen Garanten für den deutlichen 37:25-Erfolg. Die 28-Jährige parierte gleich  mehrere   Konter  der Gäste 

und auch zwei Siebenmeter. „Antje hat zum Ende der ersten Halbzeit wichtige Bälle gehalten. So konnten wir mit dem 16:9 im Rücken nach dem Wechsel gelöst weiterspielen“, anerkannte auch Fortuna-Trainer Udo Levold die Leistung unmittelbar nach dem Abpfiff.

Die Gäste zeigten eine andere Qualität als die Mitaufsteiger Pro Sport Berlin und der MTV Herzhorn. Die fehlende Durchschlagskraft aus dem Rückraum versuchte das Team mit den erfahrenen Janetzki, Haupt und Bachmann durch intelligente Abwehrarbeit und Tempogegenstöße zu kompensieren. So bekam Charlotte Grade schon früh eine Sonderbewachung zugeteilt. „Sie haben uns immer wieder vor Probleme gestellt, aber meine Mannschaft hat dafür Lösungen gefunden“, sah auch Levold mit den HF HUK den bisher stärksten Widerpart in heimischer Halle vor gut 100 Zuschauern.

Mit Beginn der zweiten Halbzeit reagierte der Fortuna-Trainer, stellte Grade auf Linksaußen und ließ Ulrike Petznick aus dem Rückraum spielen – mit Erfolg. Schon nach 38 Minuten war die Partie entschieden. Die überragende Grade ließ mit einem kurzen Antritt drei Gegenspielerinnen stehen und schloss zum 20:10 ab. „Lotte hat befreit aufgespielt“, freute sich auch Levold mit seiner Allrounderin.

Geführt von Maria Pahl und Kristina Osterland spielte sich die Mannschaft phasenweise in einen Rausch. Grade traf mit ihrem zehnten Tor zum 30:19 (51.). Der Ball lief schnell durch die eigenen Reihen, schöne Kombinationen und sehenswerte Kreisanspiele wurden den Zuschauern geboten. Als sich kleine Konzentrationsmängel einschlichen, griff Levold noch einmal erfolgreich mit einer Auszeit ein.

SV Fortuna Neubrandenburg:
Herzberg – Kramp (2), Grade (12/1), Petznick (1), 
Pahl (4), Pinkohs (4), Albrecht (1), Osterland (8/4), Janke (4), 
Schulze (1), von der Heyden, Genditzki, Deinert, Wirth alle n. e.

Quelle: Nordkurier vom 12.10.2009