Regionalliga Nordost


Artikel vom 14.09.2009

Neuformierte Fortuna-Frauen deklassieren Liga-Neuling


LEHRSTUNDE - Der Vier-Tore-Städter Regionalligist spielt die Gäste fast schwindlig. Das Tempo macht den Unterschied.

von Sven Kaiser


Entwischt:   Charlotte Grade machte viel Druck aus dem linken Rückraum und steuerte acht Tore zum Erfolg gegen Pro Sport Berlin bei.

Foto:   Udo Zander

Neubrandenburg - Zum Ende des ungleichen Handball-Duells standen gleich vier Fortuna- Neulinge auf der "Platte". Da war es dann auch nicht so tragisch, dass der Schluss- angriff nicht mehr mit dem 36. Neubranden- burger Tor abgeschlossen wurde. Der Sai- sonauftakt der neuformierten Mannschaft von Trainer Udo Levold ist gegen den Auf- steiger Pro Sport Berlin 24 mit einem deut- lichen 35:17 (16:4) gelungen, allerdings leisteten die Gäste auch kaum Gegenwehr. "Wir haben das Tempo gemacht, alle haben ihre Spielanteile bekommen. Der Gegner hat es uns heute aber auch nicht schwer gemacht", freute sich der Fortuna-Trainer mit  seiner  Mannschaft, hob aber nicht ab. Die neue größere Anzeigetafel in der Halle bestand ebenso ihre Feuertaufe. 

Nach den Abgängen von so wichtigen Stammspielerinnen   wie   Vivien   Schwarz, 

Ulrike Hamann und Nicole Hagemann wussten ihre Nachfolgerinnen durchaus zu überzeugen. Allrounderin Charlotte Grade machte Betrieb auf halblinks, konnte nur unfair gestoppt werden, traf vom Siebenmeterpunkt und sogar aus der Distanz sehenswert ins Dreiangel. Juliane Kiewitt begann rechtsaußen und rückte später auf die Halbposition, von der sie nur selten zu bremsen war. Julia Janke ließ mit ihren acht Toren Wirbelwind "Bolle" Hagemann nicht vermissen. "Das macht sie ruhig und gut", lobten die Fortuna-Fans unter den 200 Zuschauern schon früh die im August erst 17 Jahre alt Gewordene. "Sie ist einen großen Schritt vorangekommen, besonders bei der Torwurf-Effektivität. Nun muss sie mit Selbstvertrauen diese Leistung auch kontinuierlich bringen. Natürlich hat sie auch von einigen guten Anspielen ihrer Mitspielerinnen profitiert", lobte Levold.

"Meine Mannschaft hatte einen völligen Blackout."
Nur in der Anfangsphase taten sich die Gastgeberinnen etwas schwer. Erst nach knapp sieben Minuten erzielte Fortuna-Regisseurin Maria Pahl das 2:0. Beim 1:6 nahm das Berliner Trainer-Gespann dann eine Auszeit. Anschließend konnten die Gäste ihre durchaus vorhandenen Größenvorteile nicht nutzen, waren zu harmlos in der Abwehr und leisteten sich im Spielaufbau unzählige Ballverluste. "Fortuna war in allen Belangen besser. Meine Mannschaft hatte einen völligen Blackout. Eine Einzelanalyse ist heute völlig fehl am Platze", sagte Trainer Frank Großmann.

Die Vier-Tore-Städterinnen drückten auch in der zweiten Halbzeit aufs Tempo. "Das habe ich meinem Team in der Halbzeitpause gesagt. Mit dem Wiederanpfiff sind uns dann auch die einfachen Tore gelungen", freute sich Levold. Einige Schreckminuten gab es dennoch für die Fortuna. Maria Pahl landete nach einem Zusammenprall mit Lisa Heydeck in der 42. Minute hart auf den Hallenboden und musste von Physiotherapeutin Marina Friedrich behandelt werden. Die Tränen waren aber schnell getrocknet und Pahl, die nahezu durchspielte, kam später wieder aufs Feld.

SV Fortuna Neubrandenburg:
Herzberg, S. Meyer (ab 51.) - Pinkohs (4), Dahn, Grade (8/4), Petznick (1),
Pahl (2), Albrecht (3), Osterland (2/2), Kiewitt (5), Janke (8), Starsy (1),
Deinert (1), Wirth

Quelle: Nordkurier vom 14.09.2009