Regionalliga Nordost


Artikel vom 02.11.2009

Fortuna-Frauen drehen erst nach der Pause auf


Derbysieg. Mit einer Steigerung in der zweiten Halbzeit gewinnen die Viertore- städterinnen noch gegen Grün-Weiß Schwerin. Die Gäste sind nahezu gleichwertig.

von Sven Kaiser


Cindy Pinkohs traf vor der Pause vom Kreis und setzte nach dem Wechsel ihre Mannschafts- kolleginnen immer besser ein.

Foto:   Udo Zander

Neubrandenburg  -  Der Aufsteiger aus der Landeshauptstadt hat den Favoriten vom Tollensesee mächtig gefordert. Mit einer guten Abwehrleistung in den ersten 30 Minuten und Tempohandball über die gesamte Spielzeit bereitete Grün-Weiß Schwerin den Etablierten im Regionalligaduell vor gut 100 Zuschauern einige Probleme. „Auf diese Leistung können wir aufbauen“, sagte Gäste-Trainer Andreas Bartlau nach der knappen 27:29 (13:10)- Niederlage. Allerdings war für den Grün- Weißen an diesem Nachmittag mehr drin: „Wir sind ein bisschen verschlafen aus der Kabine gekommen. Das darfst du hier in Neubrandenburg nicht.

“Letztlich gab die individuelle Klasse der Viertorestädterinnen nach der Pause und unter den Augen von Bundesliga-Spielerin Maxi Hayn (Buxtehude) sowie den Oberliga- Akteurinnen Steffi Jähn (Dresden) und Ulrike 

Hamann (Potsdam) den Ausschlag für ihren Erfolg. Trainer Udo Levold brachte ein umgestelltes Team zum Wiederbeginn. Cindy Pinkohs rückte für Maria Pahl auf die Regieposition. Kristina Osterland strahlte von halbrechts mit einfachen Würfen jetzt mehr Torgefahr aus. Davon profitierte auch Charlotte Grade mit ihrer Dynamik und schönen Toren. „In der ersten Halbzeit sind wir nicht mit dem Druck klar gekommen, uns fehlte auch das Durchsetzungsvermögen“, sagte Udo Levold, der schon nach gut acht Minuten beim 4:5 zur Grünen Karte griff.

Doch die Auszeit änderte nicht viel am Spielverlauf. Die jungen Schwerinerinnen zogen vor allem durch die noch 17-jährige Regisseurin Wendy Künzel und Linksaußen Vivien Bartlau unbeirrt ihre Bahn, versäumten aber durch Fehler bei Tempogegenstößen einen größeren Vorsprung herauszuwerfen. Fast schon symptomatisch in dieser Situation für Fortuna: Julia Janke scheiterte 20 Sekunden vor dem Halbzeitpfiff beim Konter an Manja Wulf. Die ehemalige Fortunin parierte einige gute Bälle und auch einen Siebenmeter.

„Ich habe dann umgestellt und Cindy hat ihre Aufgabe im Aufbau gut gelöst“, lobte Levold. Auf der Abwehrspitze setzte Stefanie Albrecht die Gäste mehr unter Druck – mit Erfolg. Sie traf selbst zum 13:13 in der 33. Minute. In der Folge blieb es ein offener und spannender Schlagabtausch, bei dem das Schiedsrichtergespann Baumgard/Baumgard nicht immer ein glückliches Händchen bewies.

Die Unparteiischen aus Greifswald und Rostock zogen sich nicht nur den Unmut der Neubrandenburger Fans zu. Auch Levold brachten die Referees fast zur Weißglut mit ihren umstrittenen Entscheidungen. Der Fortuna-Trainer wurde so in der 47. Minute verwarnt. Er wollte die Leistung der Schiedsrichter nicht kommentieren. Sie pfiffen zudem die schnelle Mitte der Schweriner gleich sechs Mal zurück. „Wir spielen Tempohandball. Das liegt im Ermessen der Unparteiischen“, zeigte sich Bartlau eher unaufgeregt und diplomatisch.

Mit dem 27:23 (56.) durch Cindy Pinkohs in Unterzahl war eine Vorentscheidung gefallen. Die Gäste kämpften und verkürzten noch auf zwei Tore. „Wir müssen unsere Heimspiele gewinnen und freuen uns auf das Rückspiel“, sagte der Schweriner Trainer. 

SV Fortuna Neubrandenburg:

Herzberg, Lüth (bei zwei Siebenmetern) – Kramp (3), Grade (9/1), Pahl (1),
Pinkohs (3), Albrecht (2), Osterland (7/1),Kiewitt (1), Janke (3), 
Genditzki (n.e.), Deinert (n.e.), Wirth (n.e.) , Petznick (n.e.)

Quelle: Nordkurier vom 02.11.2009