Regionalliga Nordost


Artikel vom 13.11.2009

Fortuna-Frauen trainieren für Heimsieg Nr. 5


Vor dem Duell mit dem VfL Bad Schwartau steht Trainer Udo Levold der gesamte Kader zur Verfügung. Die erfahrenen Gäste sind personell gehandicapt.

von Sven Kaiser


Charlotte Grade hat ihre Torgefährlichkeit auch auf der halben Postion behalten. Die junge Fortunin führt sogar die Tor- schützenliste der Regionalliga Nordost an.

Foto:   Udo Zander

Neubrandenburg - Das kann morgen ein spannendes Punktspiel in der Handball-Regionalliga Nordost der Frauen werden (Anwurf: 16 Uhr in der Halle an der Hochschule). Beide Kontrahenten weisen gleich mehrere Gemeinsamkeiten auf. Gastgeber SV Fortuna Neubrandenburg und der VfL Bad Schwartau gehören seit einigen Jahren zu den gestandenen Mannschaften in der Regionalliga. Beide Trainer mussten vor der Saison ihren Kader neu formieren und beide Teams haben ihre Pluspunkte vor heimischer Kulisse gewonnen. So tritt der Tabellenfünfte beim Neunten an und will seine bisherige Erfolglosigkeit in fremden Hallen endlich beenden.

Schon nach dem jüngsten Sieg gegen Aufsteiger TSV Ellerbek forderte VfL-Spielerin Jenny Stapelfeldt eine deutliche Steigerung ein, um das Vorhaben in der Viertorestadt umzusetzen. Denn die Gäste haben auch wegen einiger verletzter Spielerinnen noch nicht die gewünschte Stabilität gefunden. Gegen Ellerbek lief es in der ersten Halbzeit nicht rund. Doch aus einem 13:14 zur Pause wurde noch ein 27:21.

Ähnliche Probleme kennt auch Fortuna-Trainer Udo Levold. Nach der zweiwöchigen Spielpause wollen die Mecklenburgerinnen wieder angreifen. "Wir wollen bis Weihnachten richtig Gas geben und schon gegen Schwartau zwei Punkte holen", möchten die Neubrandenburgerinnen nach zehn Vergleichen wieder ein ausgeglichenes Punktekonto besitzen. Dass sie dabei auf eine gehandicapte Schwartauer Mannschaft treffen, will Levold nicht überbewertet wissen. "Darauf gebe ich nicht soviel. Wir müssen auf uns schauen und unsere Stärken abrufen. Zudem haben unsere Gäste mit Claudia Brandt und Katarina Wilcken erfahrene Handballerinnen im Kader", ist sich der viertorestädter Handball-Lehrer der Stärken der Holsteinerinnen durchaus bewusst. Neuzugänge wie Karen Wessoly und Leonie Wulf haben sich inzwischen gut integriert, waren zuletzt torgefährlich.

Die Viertorestädterinnen können personell nahezu aus dem Vollen schöpfen. Bisher ist die Mannschaft von Infekten noch verschont geblieben. "Wir werden den Spielerinnen nicht vorschreiben, dass sie sich impfen lassen sollen. Das ist ihre ganz persönliche Entscheidung", sagt Levold. Im Süden Deutschlands waren in der Vergangenheit schon Spiele wege an Grippe erkrankter Handballer ausgefallen. Einige Fortuna-Spielerinnen hatten die kurze Pause genutzt, um zu regenieren, Luft zu holen. "Jetzt gilt unsere Konzentration ganz der Partie gegen Bad Schwartau", fordert Levold, der auch heute mit der Mannschaft noch einmal trainieren wird.

Positive Momentaufnahme für die Fortuna: Charlotte Grade führt mit 67 Toren aus neun Spielen die Torschützenliste der Liga an. Sie wandelt dabei auf den Spuren von Maxi Hayn, die es in ihrer vorerst letzten Saison 2006/2007 für Fortuna '50 als Dritte der Rangliste auf immerhin 201 Treffer brachte. Anschließend wechselte die heutige Auszubildende zum Bundesligisten Buxtehuder SV, 18 Monate später ist die Linkshänderin gerade von Bundestrainer Rainer Osmann in den erweiterten WM-Kader berufen worden. "Darüber habe ich mich riesig gefreut. Schließlich ist Maxi von Norbert Wiedenhöft und mir ausgebildet worden. Sie hat in ihrer zweiten Saison für Buxtehude einen Sprung gemacht, wirft dort mehr Tore", verfolgt Levold ihre Leistungsentwicklung. Erst vor zwei Wochen hatte sich die Rand-Hamburgerin und frühere Jugendnationalspielerin mit ihren Eltern das MV-Derby gegen Grün-Weiß Schwerin angesehen.

Quelle: Nordkurier vom 13.11.2009